Eine Kalkulation mit allen Kostenblöcken, auch denen, die in Herstellerangeboten selten auftauchen. Dazu eine Entscheidungsmatrix, Faustregeln und die typischen Fehleinschätzungen beim ersten Insourcing.
Die meisten Unternehmen stellen die Make-or-Buy-Frage einmal und kaufen dann eine Maschine. Drei Monate später steht der Drucker im Weg, weil niemand Zeit hat, ihn zu betreiben, weil Materialeinkauf vergessen wurde, oder weil die erwarteten Use Cases sich als undurchführbar herausgestellt haben.
Make or Buy ist eine strukturierte Entscheidung, die Auslastung, Use-Case-Qualität, interne Kapazitäten und Total Cost of Ownership gegenüberstellt. Der Maschinenpreis und der Angebotspreis des Dienstleisters allein genügen als Vergleichsgrößen nicht.
Diese Seite zeigt die Entscheidungsmatrix, die wir in über 40 Beratungsprojekten mit produzierenden Unternehmen einsetzen.
Bewerten Sie Ihren Use Case entlang dieser sieben Kriterien. Je mehr davon zutreffen, desto stärker spricht die Kalkulation für eigene Kapazität.
Mehr als 30–50 Druckjobs pro Monat machen Inhouse-Kapazität wirtschaftlich. Sporadischer Bedarf gehört zum Dienstleister.
Prototypen innerhalb von 24 Stunden vertragen sich nicht mit der 5-Tage-Logistik eines Dienstleisters. Geschwindigkeit erzwingt Inhouse.
Wenn CAD-Daten von Kernprodukten das Haus nicht verlassen dürfen, fällt die Buy-Option weg. IP-Schutz ist ein klares Insourcing-Argument.
Produktentwicklung lebt von schnellen Iterationen. Wird täglich an Geometrien gefeilt und gedruckt, gehört der Drucker an den eigenen Standort.
Vorrichtungen, Halter und Endeffektoren wiederholen sich und lassen sich standardisieren. Solche Teile eignen sich für interne Serienproduktion.
Wer in 24 Monaten eine Drucklinie betreiben will, sollte heute intern Kompetenz aufbauen, bevor externes Know-how zum Engpass wird.
Alle Zahlen basieren auf FFF-Druck mit Hochleistungsdruckern (Mittelklasse) vs. typischem deutschen FFF-Dienstleister.
| Kostenblock | Buy (Dienstleister) | Make (Inhouse) |
|---|---|---|
| Druckpreis pro Stunde | 3–12 € (ohne Handling) | 0,40–0,80 € (Material) |
| Rüst- & Handlingkosten | 15–40 € pro Auftrag | 15–30 min Personal |
| Lieferzeit | 2–7 Tage | Druckzeit + 1h |
| Investition (5 Drucker) | — | 35.000–60.000 € |
| Wartung p.a. (5 Drucker) | — | 3.000–6.000 € |
| Break-Even (typisch) | — | 14–24 Monate |
Richtwerte auf Basis von FFF. SLS, MJF und andere Verfahren haben deutlich andere TCO-Profile.
Der Kauf einer Maschine ist der einfachste Teil. Danach müssen Aufträge verwaltet, Druckfreigaben geregelt, Materialverbrauch erfasst und Auslastung ausgewertet werden.
Ab drei Druckern wird das ohne Software zur Vollzeitaufgabe. Ab fünf Maschinen ist ein Manufacturing Execution System Voraussetzung für wirtschaftlichen Betrieb.
leanAM begleitet Unternehmen bei der Make-or-Buy-Analyse, der Maschinenauswahl und dem Aufbau der Drucklinie. Was wir dabei empfehlen, haben wir vorher im eigenen Produktionsbetrieb durchgespielt.